Der Bindeballe Kaufmannshof ist nicht nur eine Ausstellung hinter Glas. Der Ort funktioniert noch immer als altmodischer Krämerladen im täglichen Betrieb, während die Räume zugleich einen Landhandel zeigen, in dem Einrichtung, Emailleschilder und ältere Waren die Geschichte mitgestalten. Das Besondere ist, dass das Museum nicht vom Laden losgelöst wirkt; man steht mitten in jener Art von Alltagsverkauf, die einst zum Bahnhof gehörte.
Das Kaffeehaus macht den Ort zu mehr als nur einem kurzen Blick durch die Tür. Hier bekommt man Kaffee, Brötchen und Kuchen in historischer Umgebung, und für Wanderer und Radfahrer auf dem Bindeballestien ist der Kaufmannshof ein naheliegender Ort, um unterwegs Vorräte zu besorgen. Auch für Kinder ist ein Besuch ohne Vorwissen gut zugänglich: alte Waren, Schilder und Ladenräume erzählen mit Dingen statt mit langen Erklärungen.
Direkt gegenüber dem Kaufmannshof liegt der Bahnhof Bindeballe, sodass Landhandel und Eisenbahngeschichte auf beiden Seiten der Straße stehen. Der Bahnhof verfügt über ein nachgebildetes Fahrkartenbüro, eine gute Stube und eine kleinere Ausstellung zum Bahnhofsleben, und auf den Gleisen stehen drei Eisenbahnwagen, die alle über 100 Jahre alt sind. Zusammen geben die beiden Orte ein recht anschauliches Bild davon, wie eine kleine Bahn Waren, Reisende und den Alltag nach Bindeballe brachte.