7 kmHodde Alte Schule
Besuchbares Schulmilieu mit Pulten und Tafeln, guter Gegenpol zur Technikgeschichte.
Bei Ansager Mølle steht man an einem kleinen Stück Technikgeschichte, das mit dem Wasser in der Ansager Å begann. Hier wurde die alte Mühle mit dem ersten Elektrizitätswerk der Stadt verbunden, und die Energie kam nicht von einem entfernten Kraftwerk, sondern von dem aufgestauten Bach direkt bei den Gebäuden.
Der Ort lässt sich heute am besten von außen erleben. Die alten Gebäude sind noch da, und man kann den Ort als ein Zusammentreffen von Mühle, Turbinenhaus und dem Bach lesen, der einst die Maschinen antrieb. Es ist kein Museum mit offenen Sälen, sondern ein Ort, an dem Mauerwerk, Wasserlauf und lokales Gedächtnis noch zusammenhängen.
Als die Pläne für Strom nach Ansager kamen, waren nicht alle überzeugt. Ein älterer Mann soll gesagt haben, man behaupte, man könne „mål så stærkt ned’ o æ møl“, sodass es oben in der Stadt leuchten könne – aber das glaubte er nun nicht. Die Skepsis sagt fast ebenso viel wie die Technik: Elektrisches Licht klang nach etwas, das man erst sehen musste, bevor man es glauben konnte.
Die Mühle hatte bereits mehrere Rollen, bevor sie Teil der Geschichte des Elektrizitätswerks wurde. Getreide, Molkerei, Brennerei, Strom und später andere Nutzungen haben hier einander abgelöst. Der vielleicht seltsamste Spur ist gerade der Kontrast zwischen der alten Wasserkraft und den modernen Leitungen, die das „Licht“ unter die Decken in den Häusern von Ansager brachten.
Auf dem Foto steht der Leiter des Elektrizitätswerks, E. Birk Pedersen, neben dem ersten Dieselmotor des Ansager Elwerks: einer B&W-Maschine von 1912 mit 80 PS, die 1929 in einem neuen Maschinenraum aufgestellt wurde.
Er markiert einen Wandel in der Geschichte des Elektrizitätswerks. Die beiden Wasserturbinen von 1921 leisteten zusammen 43 PS, doch der Verbrauch der Stadt wuchs über sie hinaus. 1952 lief das Werk gleichzeitig mit drei Dieselmotoren und zwei Wasserturbinen.
1964 schloss das Ansager Elektrizitätswerk nach 57 Jahren als lokaler Stromversorger bei der Mühle. Das Problem war nicht nur der Preis. Haushalte und Industrie bekamen mehr Maschinen, und diese benötigten Wechselstrom, während die kleinen lokalen Werke zu einer älteren Versorgungsform gehörten.
Eine Zeit lang konnten Umformer eine Brücke von Gleich- zu Wechselspannung schlagen, doch die Entwicklung zeigte in Richtung größerer Systeme. Das alte Werk endete als lokaler Schlusspunkt für den Strom, der einst mit der Kraft des Bachs begann.