40 mHändler und Konsumverein in Skovlund
Erzählt von Skovlunds Ortsmitte als genossenschaftlich geprägtem Handelsort nahe dem Meiereigelände
Auf dem alten Molkereigrund in Skovlund steht heute kein Fabrikgebäude mehr, sondern ein Käsewagen aus Granit. Das macht den Ort etwas besonders: Man muss nicht nach Schornstein, Verladerampe oder Milcheimern suchen, sondern nach einem Kunstwerk, das markiert, wo die Molkerei stand und warum gerade dieser Platz für die Stadt Bedeutung bekam.
Der Käsewagen wurde von der Bildhauerin Laila Westergaard geschaffen und steht auf dem Ole-Flensted-Platz. Er ist aus bornholmischem Granit gehauen, und die Gestaltung kreist um Region, Molkereiwirtschaft, Alltag und den Lauf der Zeit. In der Vertiefung befindet sich eine bewegliche Wasserkunst, die an die Oberfläche der Molke bei der Käseherstellung erinnern soll.
Die Geschichte hinter dem Ort handelt von Bauern, Milch und gemeinsamer Produktion. Die Genossenschaftsmolkereien machten es den Milchproduzenten möglich, ihre Kräfte zu bündeln, die Molkerei gemeinsam zu besitzen und bessere Qualität und Absatz zu erzielen. Skovlund Genossenschaftsmolkerei war Teil der frühen westjütländischen Welle, in der Ideen aus den ersten Genossenschaftsmolkereien schnell in den praktischen Alltag umgesetzt wurden.
Der nahe gelegene Byparken Skovlund bietet die Möglichkeit für einen grünen Aufenthalt mit Spielplatz, Bänken und Tischen, Wald und Aktivitätsbereichen. Auf dem Platz ist es jedoch der Granitbehälter, der die Molkereigeschichte festhält, während die Wasserfläche an die Arbeit erinnert, die einst den Platz erfüllte.
Um vier Uhr morgens am 7. November 1897 brannte die Skovlunder Genossenschaftsmolkerei bis auf die Grundmauern nieder. Der Polizeipräsident untersuchte die Brandruine und wies auf einen Riss im Schornstein hin, doch dieser stellte sich nur als im Putz befindlich heraus.
Die Ursache wurde nie geklärt. Dafür ging der Wiederaufbau schnell voran: 1898 war die Molkerei wieder am selben Ort in Betrieb, mitten in der Genossenschaftsmolkereiwelle, zu der Skovlund seit 1883 gehört hatte.
Das alte Käselager wurde anfangs nicht für Käse gebaut. Das Haus war ursprünglich eingeschossig und gehörte als Müllerwohnung zur Skovlunder Kornmühle; später erhielt das Käselager eine Wohnung im Obergeschoss.
Das Gebäude erzählt auch davon, wie eng das Genossenschaftsleben in Skovlund beieinander lag. Hier begann 1888 die Tätigkeit der Skovlunder Konsumgenossenschaft, und 1916 kamen sowohl die Skovlunder Ortsvereinigung als auch die Skovlunder Genossenschaftskasse hinzu. Ein kleines Haus, aber mit ungewöhnlich vielen Anfängen in den Wänden.